Neue Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation am UKM Marienhospital in Steinfurt
Chefarzt Dr. Norbert Krause-Pape übernimmt Leitung – Fokus auf neurologische Frührehabilitation und Beatmungsentwöhnung.

Seit Jahresanfang 2026 erweitert das UKM Marienhospital in Steinfurt sein medizinisches Angebot um eine neue Klinik: die Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation. Medizinischer Geschäftsführer Dirk Schmedding begrüßte den neuen Chefarzt Dr. Norbert Krause-Pape, der ab sofort die Leitung der Klinik übernimmt. „Die Gründung einer zusätzlichen Klinik ist ein Novum in der neueren Geschichte des Krankenhauses“, betont Schmedding.
In der neuen Klinik werden Patientinnen und Patienten behandelt, die an schweren Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und des gesamten Nervensystems leiden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der neurologischen Frührehabilitation sowie der schrittweisen Entwöhnung von der Langzeitbeatmung. „Wir begleiten Menschen, die nach einer akuten neurologischen Erkrankung einen langen und intensiven Rehabilitationsweg vor sich haben“, erklärt Dr. Krause-Pape.
Der 61-jährige Neurologe bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Versorgung dieser besonderen Patientengruppe mit. Als Arzt in der Stroke Unit des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf stellte er sich bereits 2003 der Frage, wie Patientinnen und Patienten nach der Akutbehandlung optimal weitertherapiert werden können. „Nach der Akutphase haben viele Betroffene noch einen langen Weg vor sich und müssen eigentlich selbstverständliche Körperfunktionen Schritt für Schritt neu erlernen“, so Krause-Pape. In Schleswig-Holstein setzte er deshalb seinen fachlichen Schwerpunkt auf die neurologische Frührehabilitation.
Dieses Know-how bringt der erfahrene Mediziner nun nach Steinfurt ein. In der Region besteht ein hoher Bedarf an dem neuen stationären Versorgungsangebot, das Fachleute als Phase B der Behandlung nach schweren Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems bezeichnen. Nach Abschluss der Akutbehandlung (Phase A), etwa in einer Stroke Unit, können Patientinnen und Patienten zur weiteren Versorgung an das UKM Marienhospital verlegt werden.
„Wir behandeln Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen, komplexen Lähmungen, Trachealkanüle, häufig mit Beatmung oder mit einem sehr hohen pflegerischen Unterstützungsbedarf“, erläutert Johannes Spieker, Oberarzt der neuen Klinik. Er war zuvor bereits in der Klinik für Neurologie am UKM tätig und bringt seine Erfahrung nun in den Aufbau der neuen Struktur ein.
Die neurologische frührehabilitative Komplexbehandlung umfasst unter anderem die Frühmobilisation sowie die gezielte Förderung von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Mobilität und Orientierung. Besonders die erfolgreiche Therapie von anhaltenden und schweren Schluckstörungen ist maßgeblich für ein erfolgreiches Behandlungergebnis und soll in enger Kooperation mit den Fachkollegen aus dem UKM erfolgen.
Gemeinsam mit einem multiprofessionellen Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften, Physio-, Ergo- und Logotherapie, Sozialdienst und Seelsorge wird Chefarzt Dr. Krause-Pape in den kommenden Tagen die ersten Patientinnen und Patienten in der neuen Klinik aufnehmen.
